Auch im Winter können einige Gemüsesorten geerntet werden. Dazu gehören Grünkohl, Rosenkohl, Feldsalat und Winterlauch. Wird bei der Ernte richtig vorgegangen, dann treiben einige dieser Pflanzen wieder aus und es kann nochmals geerntet werden.
Lauchstangen sollten nicht ausgerissen, sondern wenige Zentimeter über dem Boden abgeschnitten werden. Wenn Sie vom Grünkohl nur die mittleren Blätter ernten und den Strunk so hoch wie möglich stehen lassen, wird er wieder austreiben. Wird bei der Ernte beim Wirsing das Herz stehengelassen, dann bilden sich ständig neue Blätter.
Planung und Erste Aussaaten im Freiland
Jetzt ist es an der Zeit sich Gedanken zu machen, welche Gemüse und Kräuter in der kommenden Saison angebaut werden sollen und die dafür benötigten Samen zu besorgen. Die Haltbarkeit noch vorhandener Sämereien sollte geprüft werden. Überaltertes Saatgut keimt nicht mehr zuverlässig. Im Handel sind unsere Sämereien jetzt erhältlich.
Zur Erleichterung Ihrer Planung sind in der folgenden Übersicht gute und schlechte Nachbarschaftsverhältnisse von verschiedenen Gemüsen und Kräutern dargestellt.
Aussaaten im Freiland sind trotz des in vielen Regionen milden Winterwetters noch riskant. Wer es trotzdem probieren möchte, sollte am besten ersteinmal nur kleine Flächen bestellen. Wenn es dann doch noch sehr kalt werden sollte, können sie einfacher mit Schutzvliesen abgedeckt werden.
So können im Verlauf des Februar, wenn der Boden offen ist und es die Witterung erlaubt, bereits Puffbohnen z.B. unsere Sorte "Hangdown Grünkernig", Spinat z.B. unsere Sorte "Medania" und Feldsalat im Freiland ausgesät werden. Für die frühe Aussaat kälteempfindlicherer Gemüse- und Kräutersorten empfiehlt sich z.B. die Anlage eines Frühbeets.
Warmes Frühbeet anlegen
Einen frostsicheren und energiesparenden Anbau von Frühkulturen ermöglicht die Aussaat in ein warmes Frühbeet, auch Mistbeet genannt. Hierbei handelt es sich um eine der ältesten Methoden Bioenergie zu nutzen. Für die Anlage benötigen Sie einen Frühbeetkasten, der z.B. aus Betonformteilen, Kunststoffplatten, Steinen oder Holz angefertigt oder im Fachhandel erworben werden kann. Das Fenster des Kastens sollte nach Süden geneigt sein, um die Sonnenkraft voll zu nutzen. Außerdem muss es gut schließen, damit der Wind nicht eindringen kann.
Zur Anlage des Beets wird bei frostfreiem Wetter an einer geschützten Stelle die Erde ca. 60 cm tief ausgehoben. Um das Auswaschen wichtiger Nährstoffe zu verhindern, wird der freigelegte Boden mit einer ca. 3 cm hohen Schicht Herbstlaub oder einer wenig durchlässigen Folie bedeckt. Darüber kommt eine 3 - 5 cm hohe Saugschicht aus Gärtnertorf. Darauf wird eine ca. 50 cm hohe Schicht aus Pferdemist gegeben und festgetreten. Schließen Sie dann das Fenster oder legen Sie eine Glasscheibe auf den Rahmen und warten Sie ungefähr 5 Tage bis sich der Mist erwärmt hat.
Dann wird gelüftet, damit die entstandenen Ammoniakdämpfe entweichen können. Danach wird der Mist nochmals festgetreten, bis eine Höhe von 35 cm erreicht ist. Um die Wärme zu halten, wird jetzt darüber eine dünne ca. 2 cm hohe Laubschicht ausgebreitet und darauf lockere, sandige, mit Kompost vermischte Erde oder Aussaaterde in einer Höhe von ca. 20 cm ausgebracht. Der Abstand zum Fenster sollte nach dem Setzen 15 - 30 cm betragen.
Ab Februar können dann u.a. Blumenkohl (z.B. unsere Sorte "Erfurter Zwerg"), Kohlrabi, Kopfsalat (z.B. unsere Sorten "Muck" und "Maikönig"), Speisemöhren (z.B. unsere Sorte "Gonsenheimer Treib"), Salat- und Schälgurken (z.B. unsere Sorte "Qualitas"), Radieschen (z.B. unsere Sorte "Rodos"), Rettich (z.B. unsere Sorte "Hilds roter Neckarruhm"), Kerbel und Gartenkresse ausgesät werden.
Zur besseren Isolierung kann der überstehende Kasten mit Erde, Laub oder Stroh umgeben werden. Die Temperatur im Beet sollte anfänglich etwa 18 - 22 °C betragen und später 18 - 20 °C. Bis zum Auflaufen der Pflanzen ist es günstig, den Kasten abzudunkeln und nachts z.B. mit Rohr- oder Strohmatten zu schützen. Zum Gießen sollten Sie nur lauwarmes Wasser verwenden. Wenn es die Witterung erlaubt, sollte mittags gelüftet werden. Bei starker Sonneneinstrahlung ist eine Schattierung notwendig.
Beete vorbereiten
Sandige, trockene Böden können schon früh für die spätere Aussaat von Gemüse- und Kräutersamen vorbereitet werden. Dafür werden Mulch- und Gründüngungsreste abgeräumt und die Erde tief gelockert. Pro Quadratmeter sollten 1 bis 3 Liter Kompost eingearbeitet und die Fläche dann wieder eingeebnet werden. Anschließend wird das Beet bis zur Aussaat ab Anfang März mit z.B. Vlies abgedeckt.
Blumen- und Ziergarten
Erste Aussaaten
Im Februar sollten Sommerblumen ausgesät werden, die eine lange Vorkultur haben. Das kann auf der Fensterbank, im warmen Gewächshaus oder im warmen Frühbeet (siehe oben) erfolgen. Dazu gehören z.B. Petunien, Leberbalsam, Lobelien (Männertreu), Verbenen (Eisenkraut) und Löwenmaul, für die zum Keimen Temperaturen zwischen 18 und 22 °C günstig sind. Etwas wärmer lieben es Geranie und Fleißiges Lieschen mit 20 - 25 °C. Weitere Anzuchtbedingungen, z.B. ob es sich um Licht- oder Dunkelkeimer handelt, finden Sie auf unseren Samentüten und auf unserer Website bei den einzelnen Sorten.
Kübelpflanzen und eingelagerte Knollen kontrollieren
Kübelpflanzen im Winterquartier dürfen nur sparsam gegossen werden, jedoch darf der Wurzelballen nie ganz austrocknen. Verwelkte oder kranke Pflanzenteile sollten entfernt werden. Sogenannte Geiltriebe, das sind dünne unverzweigte Triebe, werden am besten ebenfalls entfernt oder stark eingekürzt. An frostfreien Tagen sollte ausgiebig gelüftet werden.
Eingelagerte Knollen von Dahlien, Begonien und Blumenrohr (Canna) müssen regelmäßig auf Faulstellen und Krankheitserreger kontrolliert werden. Befallene Knollen sofort entfernen.
Glashyazinthen weiterkultivieren
Verblühte Glashyazinthen müssen nicht weggeworfen werden. In Töpfen eingepflanzt können die Zwiebeln noch genügend Energie einlagern, um im nächsten Jahr erneut zu blühen. Die Töpfe sollten an einen hellen, kühlen Platz (10 - 15 °C) gestellt und sparsam gegossen werden.